Websitekontraste optimieren: Wichtig für UX

Zwei Brillen auf unterschiedlichen Untergründen mit unscharfem Sehtest-Chart im Hintergrund und Text 'Kontrast schlägt Geschmack' sowie 'Für eine optimale Lesbarkeit dürfen keine Kompromisse gemacht werden'

Kontraste optimieren? Ja, ist so wichtig – weil es zur Verbesserung der Website-Usability beiträgt. Vor wenigen Tagen haben wir für unseren Kunden Stadtwerk Tauberfranken einen kleiner, aber feinen Website-Relaunch umgesetzt. Ziel war es dieses Mal nicht, die Seite komplett neu aufzusetzen. Stattdessen wollten wir die Seite in Abstimmung mit dem Kunden vor allem technisch auf den neuesten Stand bringen und daneben in puncto Usability einige Details gezielt optimieren.

Eine der dabei vorgenommenen Maßnahmen: die Optimierung der Farbkontraste!

Was zunächst nach einem eher unbedeutenden Detail klingen mag, hat nämlich tatsächlich eine ganz entscheidende Bedeutung – sowohl für die Verbesserung der Barrierefreiheit als auch was die grundsätzliche Usability betrifft.
Denn: Wer Kontraste optimiert, sorgt dadurch dafür, dass Inhalte besser wahrgenommen, schneller verstanden und leichter bedient werden können!

Warum sind Kontrastverhältnisse so wichtig?

Farbkontraste beeinflussen unmittelbar, wie gut Textinhalte, Buttons oder interaktive Elemente wahrgenommen werden – und das nicht nur von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Auch alle anderen Nutzer, vor allem bei grellem Umgebungslicht oder immer dann, wenn kleinere Screens (zum Beispiel mobil) genutzt werden, profitieren davon, wenn sich Inhalte klar abheben.

Laut einer Studie der Web Accessibility Initiative (WAI) sollten Texte z. B. ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 zum Hintergrund aufweisen, um gut lesbar zu sein. Für größere Schriften genügt ein Verhältnis von 3:1. Viele Websites erfüllen diese Anforderungen jedoch beide nicht – was zu schlechterer Lesbarkeit und höheren Absprungraten führen kann!

Messbar besser – mit professionellen Tools

Ob eine Website über ausreichende Kontraste verfügt, lässt sich im Rahmen einer Optimierung, wie wir sie jetzt durchgeführt haben, mit speziellen Tools exakt bestimmen. Eingesetzt werden können dafür etwa der „Colour Contrast Analyser“ (TPGi), das WAVE Evaluation Tool oder die Browser-Erweiterung „axe DevTools“ – um nur einige Tools zu nennen.

Besonders spannend dabei: Selbst Kontraste, die auf den ersten Blick (mit bloßem Auge) relativ kräftig wirken, zeigen in diesen Analysen häufig überraschende Schwächen. So fallen etwa viele Hellgrau-Textelemente durch, ebenso wie Links, die sich nur farblich (ohne ergänzende Kontrasthilfen) vom Fließtext abheben sollen.

Der Barrierefreiheits-Spezialist Domingos de Oliveira weist übrigens in seinem Deep Dive „Kontraste und digitale Barrierefreiheit“ zurecht darauf hin, dass bei der Kontrastermittlung zunehmend der APCa-Mechanismus statt der klassischen WCAG-Vorgaben zur Anwendung kommt. Denn APCa orientiert sich noch besser an der realen menschlichen Wahrnehmung!  

De Oliveira schreibt dazu: 
„APCA beschreibt Kontraste nicht mehr mit einem abstrakten Verhältnis wie „4,5:1“, sondern mit sogenannten Lc-Werten (Lightness Contrast). Diese Werte geben an, wie stark sich Vordergrund- und Hintergrundfarbe voneinander abheben – und zwar so, dass der Wert besser mit der echten Lesbarkeit zusammenpasst. Beispielsweise reicht für gut lesbaren Fließtext ein Lc-Wert von etwa 60 aus. Wenn die Schrift jedoch sehr klein oder sehr dünn ist, braucht sie einen höheren Kontrast, etwa Lc 75 bis 90, damit sie noch angenehm erkennbar bleibt.“ 

Die professionelle Kontrastoptimierung ist keine „Nice-To-Have-Aktion“

Gerade am Beispiel der relaunchten Website des Stadtwerks Tauberfranken zeigt sich, wie solche gezielten Detailmaßnahmen die Usability ganz entscheidend verbessern können!Wer an die Zukunft seiner eigenen Digital-Tools denkt, sollte deshalb Barrierefreiheit und Usability immer als „Doppel“ denken. Denn: Starke Kontraste helfen nicht nur „einigen wenigen“, sondern uns allen!

Sie wollen die Usability Ihrer Website ebenfalls steigern und/oder das Thema Barrierefreiheit gleich ganz grundsätzlich angehen? Zum Beispiel durch eine professionelle Kontrastoptimierung als ersten Schritt in die richtige Richtung?

Dann lassen sie uns sprechen! Vereinbaren Sie am besten jetzt gleich einen kostenfreien Erstinfo-Termin.

Ähnliche Beiträge

  • Selfmailer: Machen in besonderen Fällen Sinn

    Unter bestimmten Rahmenbedingungen auch heute noch sinnvoll! Gedruckte Mailings sind in der modernen Kommunikationswelt definitiv „out“. Digitale Formate dominieren. Angefangen bei E-Mail-Newslettern über Social Media-Formate bis hin zu personalisierten Ads. Kein Wunder: Online ist effizient, flexibel, präzise steuerbar – und in der Wirkung zu 100 % messbar. Auch wir bei BM1 setzen für unsere Kunden…

  • Ein Prompt als individuelles Weihnachtsgeschenk

    Feiertage wie Weihnachten oder Silvester werden oft als Tage der großen Gesten zelebriert. Dabei sind es tatsächlich oft kleine Dinge, die die größte Wirkung entfalten: Ein Satz, der genau passt. Eine Erinnerung, die man teilt. Oder eine kurze Geschichte, die man jemandem vorliest, ausdruckt oder einem Geschenk beilegt.   Wir bei BM1 schätzen genau diese kleinen, feinen Gesten – sowohl privat, aber auch…

  • Digital First Corporate Design

    Warum Markendesign heute von der Digitalanwendung her gedacht und gemacht werden sollte. Viele Logos und Corporate Designs stammen noch aus einer Zeit, in der Marketingkommunikation vor allem analog war. Entwickelt wurden sie mit Blick auf Printanzeigen, TV-Spots oder Plakate. Digitale Anwendungen und Ableitungen davon? Wurden in einem zweiten Step ergänzt. Doch die Welt hat sich…

  • Geschäftsbericht: Viel mehr als einige Zahlen

    Der Geschäftsbericht, ein oft unterschätztes Pflichttool mit erstaunlich viel Kommunikationspotenzial! Für viele Unternehmen ist der Geschäftsbericht einfach eine jährlich wiederkehrende Pflichtaufgabe – Zahlen, Daten, Fakten zusammenstellen und Haken dran. Doch eigentlich steckt viel mehr drin! Tatsächlich wird das enorme marketingkommunikative Potenzial eines professionell gestalteten Geschäftsberichts oft nicht ausgeschöpft. Dabei kann ein professioneller Bericht Vertrauen schaffen,…

  • TYPO3 ELTS Update

    Bis zu 7 Jahre lang automatisiert und DSGVO-konform Webseiten updaten TYPO3 gilt als eines der weltweit bewährtesten Content Management Systeme (CMS) für Webseiten – gerade im Profibereich. Aus gutem Grund setzen auch wir von BM1 deshalb vor allem für komplexere Internetauftritte auf TYPO3. Ohne großen Pflegeaufwand laufen damit aufgebaute und betriebene Websites jahrelang zuverlässig und…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert