Ein uniques, inhalts- und ausdrucksstarkes Logo einer Stadt oder einer Gemeinde und ein darauf aufsetzendes Corporate Design sind weit mehr als optische Nice-to-have-Elemente. Denn im Idealfall sind sie Ausdruck kommunaler Identität und Markenführung. Im besten Fall verdichtet so ein kommunales Logo genau das, wofür eine Stadt oder Gemeinde steht: Geschichte, Gegenwart, Perspektive, Zukunft, Lebensgefühl, Alleinstellung. Und wirkt nach innen und außen.
Funktioniert das: Identität über gegenständliche Symbole transportieren?
So naheliegend der Gedanke sein mag, die Identität einer Kommune über eine zentrale Symbolik zu transportieren, sei es eine Pflanze, ein Tier, ein Gebäude oder eine Persönlichkeit, so groß ist auch die Gefahr, dass dieser Ansatz misslingt, wenn er nicht gut durchdacht ist und strategisch angelegt wird.
Denn ein überzeugendes kommunales Corporate Design lebt nicht allein von der „netten“ Symbolik selbst, sondern von dem, was damit assoziiert wird. Entscheidend ist die Akzeptanz: innerhalb der Verwaltung ebenso wie bei den Bürgerinnen und Bürgern und auch außerhalb dieses Gruppen. Denn Symbolik funktioniert nur dann, wenn sie auf einer belastbaren Positionierung basiert und von der Mehrheit der Beteiligten aus Überzeugung mitgetragen wird.
Warum ein Symbol-Ansatz so verlockend ist:
- Klarheit & Merkfähigkeit: Ein Bild, ein Begriff, ein Leitmotiv.
- Erzählbarkeit: Storytelling fällt leichter, wenn es einen Anker gibt.
- Konsistenz über Touchpoints: Vom Ortseingangsschild bis Social Media.
- Effizienz im Design: Ein zentrales Motiv schafft Wiedererkennbarkeit und spart Abstimmungsaufwand – wenn es trägt.
Wo bzw. wann und warum so ein Ansatz auch fehlschlagen kann:
- Gefahr von Gremienkompromissen, die zu Symbol-Salat führt: Es gibt immer sehr viele Meinungen in Räten und Arbeitsgruppen, das ist normal. Wenn aber jede Sicht darauf in der Marke landen muss, wird es beliebig. Die Folge: zu viele Motive, zu wenig Richtung.
- Transferleistung misslingt: Ein seltenes Tier oder eine Pflanze mag schön sein, wenn der Bezug zum kommunalen Selbstverständnis unklar bleibt, entsteht Zierde statt Identität.
- Nostalgie-Falle: Historische Gebäude oder Persönlichkeiten können museal wirken, wenn sie nicht zukunftsgerichtet erzählt werden.
- Exklusion statt Inklusion: Symbole, die nur Teilgruppen ansprechen, spalten.
Wo und warum so etwas funktioniert (hat):
Teuschnitz (Arnika-Stadt):
Die von uns für die kleine Stadt Teuschnitz als Zentralsymbol (weil dort noch relativ reichlich vorkommend) ausgewählte Arnika steht nicht nur für die seltene Pflanze an und für sich, sondern für damit verbundene und gelebte Werte: Naturschutz, Nachhaltigkeit, Lebensqualität, ländliche Struktur, attraktives Lebens- und Wirtschaftsumfeld. Zudem wurde sogar rund um die Pflanze eine eigene „Akademie“ gegründet! Das Symbol ist also aus der Realität vor Ort gewachsen. Deshalb kann sich hier eine breite Zivilgesellschaft damit identifizieren. Und deshalb wirkt das Symbol auch nach außen!
Pegnitz:
Bei der Stadt Pegnitz wurden mehrere identitätsstiftende Elemente vereint (u. a. Pegnitz-Quelle, Schlossberg, Fachwerk-Rathaus). Der Schlüssel: radikale Einfachheit der Symbolsprache und klare gestalterische Integration. So bleibt das Stadtlogo prägnant, ohne zu überfrachten. Die Lehre: Mehrere Symbole sind möglich; aber nur in strenger Reduktion und begrenzter Anzahl.
Wann taugen gegenständliche Symbole für die visuelle Kommunikation einer Stadt oder Gemeinde?
Hier die unserer Einschätzung nach entscheidenden Kriterien:
- Strategische Passung: Leitet sich das Symbol aus der Positionierung ab – oder ersetzt es sie?
- Anschlussfähigkeit: Erkennen sich > 70 % der relevanten Gruppen wieder (Bürgerschaft, Vereine, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung)?
- Mehrdeutiger Nutzen: Trägt das Symbol Werte (z. B. Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit), nicht nur Motive?
- Transferfähigkeit: Versteht man ohne Erklärung, was das mit der Stadt oder der Gemeinde zu tun hat?
- Reduktion: Lässt es sich einfach, modern und generationenübergreifend darstellen – ohne altväterlichen Touch?
- Skalierung: Funktioniert es auf/bei Ortseingangsschild, Website, Merchandising, Social Media, Ausschilderungen?
Und das sind die unserer Meinung nach wichtigsten Gestaltungsprinzipien für Kommunalmarken
- Wenige, starke Elemente: 1–3 Motive maximal.
- Radikale Vereinfachung: Klarformen statt Illustrationensammlung.
- Zeitlos & modern: Keine museale Anmutung, sondern Brücken über Generationen.
- Erzählrahmen definieren: Welche Geschichten ermöglicht das Symbol?
- Beteiligung organisieren: Qualitative Interviews, (evtl.) Co-Design-Workshops, Akzeptanztests.
- Prototyping & Piloting: Vor Rollout an realen Touchpoints testen – iterativ schärfen.
Wie wir bei BM1 Sie als Kommune unterstützen
Wir entwickeln Positionierungen, Kommunallogos und kommunale Corporate Designs, die „passen“, die strategisch belastbar, gestalterisch prägnant und praxistauglich sind und von den relevanten Gruppen getragen werden . Ob einzelnes Leitsymbol (wie in Teuschnitz) oder integrierte Mehrfachsymbolik (wie in Pegnitz): Wir sorgen dafür, dass Identität nicht verwässert wird, sondern trägt – nach innen und außen.
Lassen Sie uns sprechen! In einem unverbindlichen Erstkontakt klären wir Anforderungen, Ziele und den passenden Prozess: vom Identitätsworkshop über das Design bis zur Einführung in der Verwaltung und in der Bürgerschaft. Tipp: Jetzt gleich Termin vereinbaren!





