Update: Die „Bildsprachen-Sünde“ im KI-Zeitalter

Die vierte der oben beschriebenen CD-Sünden wird aktuell immer noch relevanter. Denn immer mehr Unternehmen nutzen mittlerweile verstärkt generative KI, um Bilder für Werbung, Websites und Social Media zu erstellen. Das kann grundsätzlich sinnvoll sein: Denn Bildideen lassen sich damit schneller entwickeln, Varianten einfacher testen und auch kleinere Content-Teams können hochwertige Visuals produzieren.

Gleichzeitig wird ein neues Problem immer sichtbarer: Viele dieser Bilder sehen zwar professionell aus, wirken aber auffallend ähnlich. Glatte Oberflächen, perfekte Lichtstimmungen, (zu) gefällige Kompositionen und eine allgemein „hochwertige“ Anmutung ergeben einen visuellen Einheitslook. Die Bilder sind nicht unbedingt schlecht. Aber sie erzählen oft nicht mehr, von wem sie stammen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wurde dieses Bild mit KI erstellt?“ Sondern: „Würde man erkennen, von welcher Marke es stammt, wenn das Logo nicht darunter steht?“

Nicht die KI ist das Problem, sondern die oft fehlende Bildstrategie

Wer ein Motiv beim Prompten nur allgemein beschreibt und das erste ansprechende Ergebnis des KI-Tools 1:1 übernimmt, überlässt der Technik wesentliche Gestaltungsentscheidungen: Unter anderem zu Perspektive, Licht, Farbwirkung, Bildausschnitt, Umgebung und Atmosphäre. Das Ergebnis folgt dann häufig dem visuellen Durchschnitt dessen, was als professionell und gefällig gelernt wurde. Es passt vielleicht zum Thema, aber nicht zwingend zur Marke!

Eine eigenständige Bildwelt entsteht deshalb nicht durch möglichst lange Prompt-Texte. Sie entsteht durch klare Entscheidungen vor und während der Produktion. Welche Motive und Situationen sind typisch? Welche Perspektiven und Lichtstimmungen passen? Wie viel Nähe, Dynamik, Ordnung oder auch Unperfektheit soll die Marke ausstrahlen? Und welche visuellen Muster sollen ausdrücklich vermieden werden?

So wichtig! Bildwelt im CD-Manual definieren

Genau hier wird das CD-Manual zum strategischen Werkzeug. Es sollte nicht nur Logo, Farben und Schriften regeln, sondern auch die visuelle DNA der Marke beschreiben. Dazu gehören konkrete Vorgaben für Motive, Perspektiven, Komposition, Licht, Farbtemperatur, Materialien, Atmosphäre und gewünschte Wirkung; idealerweise ergänzt durch passende Referenzbilder sowie Positiv- und Negativbeispiele.

So entsteht eine belastbare Grundlage für alle, die Inhalte erstellen: für Mitarbeiter, Freelancer, Agenturen und auch für KI-Tools. Die KI muss die Bildwelt nicht jedes Mal neu erfinden. Sie kann sie auf dieser Grundlage weiterführen und für unterschiedliche Themen, Formate und Kampagnen skalieren.

Aktuelle Empfehlungen aus der derzeitigen Fachdebatte dazu weisen dabei in dieselbe Richtung: mit passenden Referenzbildern arbeiten, visuelle Vorgaben konkret formulieren und Ergebnisse nicht beim ersten Versuch übernehmen. Der entscheidende Schritt liegt jedoch davor: Die eigene Bildwelt muss zunächst als Bestandteil des Corporate Designs definiert sein.

Fakt ist: KI kann eine Bildwelt skalieren. Definieren muss die Bildwelt die Marke selbst.

Wir von BM1 entwickeln Styleguides und CD-Manuals deshalb so, dass sie nicht nur Gestaltung beschreiben, sondern die praktische Anwendung ermöglichen; auch bei dezentraler Content-Erstellung und beim Einsatz von Canva oder KI. So bleibt die Marke erkennbar, unabhängig davon, wer das nächste Bild erstellt.

WICHTIG: Bei KI-generierten Bildern immer die eventuelle Kennzeichnungspflicht beachten!

Unabhängig davon, dass man auch mit KI-generiertem Bildmaterial unique und authentische Markenwelten darstellen kann: Die spezifische Rechtssituation ist dabei natürlich stets zu beachten. Heißt: seit dem 2. August 2026 gilt die „allgemeine Anwendbarkeit“ des EU AI Acts. KI-generierte oder manipulierte Bild-, Audio- oder Videoinhalte, die existierenden Personen, Orten oder Ereignissen (ebenso Produkten) täuschend ähnlich sehen, müssen demnach in jedem Fall als KI-generiert gekennzeichnet werden. Ohne Ausnahme.(Sagen seriöse Quellen wie die IHK.) Mehr dazu in unserem Blogbeitrag „Quo vadis KI-Bilder und KI-Texte ab August 2026?“.

Ihr Markenauftritt soll auch mit KI eigenständig und konsistent bleiben? Dann lassen Sie uns sprechen und vereinbaren Sie einen kostenfreien Infotermin.

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